Deutschland Portugal
Fahrradreise
Bericht Seite 3
Daten Allgemein Fotos Bericht Seite:
>1< >2< >3< >4< >5< >6< >7< >8<
28.07. Buxy - Macon GPS Download


Vor dem Frühstück wollen wir noch einmal im See baden
gehen. Wir schwimmen eine ganze Runde und kaufen uns
anschließend
ein Baguette. Beim Frühstück spürt Irmgard
ein Jucken am
ganzen Körper das immer unerträglicher wird. Es muss etwas vom See sein. Das
Jucken lies
erst nach einer Stunde langsam wieder nach und wir können
aufbrechen.
Vor uns liegt die Bahntrasse bis kurz vor Macon mit dem Highlight des
längsten Radtunnels der Welt.
Neben unserer Bahntrasse verläuft die
Hochgeschwindigkeitsstrecke
Paris - Lyon. Alle 15 Minuten fegt rechts, links über oder
unter
uns ein TGV mit Hochgeschwindigkeit vorbei.
Bei bestem Wetter erreichen wir den 1,6 km langen Fahrradtunnel. Bevor
wir rein fahren schießen wir noch ein paar Fotos. Die Radfahrer aus dem Tunnel heraus tragen Jacken. Muss
wohl
kalt sein da drinne. Also bekleiden wir uns auch wärmer und fahren
ins Dunkel. Es gibt zwar Leuchtstoffröhren im Tunnel. aber ein
Schlagloch, eine Katze oder eine Bärenfalle würde ich
nicht erkennen können.
Der Radweg hinter dem Tunnel geht noch ein
paar km
und hört kurz vor Macon auf. Wir tangieren Macon und fahren
weiter
an der Saone entlang auf sehr groben Schotterweg der unseren
Rädern und unseren Fahrkünsten alles
abverlangt. Ich beobachte Irmgard vor mir wie sie geschickt die unvorhersehbaren
Verschiebungen des Fahrrades ausbalanciert. Ich selbst fotografiere
gerne während der Fahrt. Das ist mir hier aber
unmöglich.
Beide Hände fest am Lenker meines Trekking-Bikes nehme ich
selbst
eine Mountainbikestellung ein um nicht umzufallen. Ich denke wenn mein
Fahrrad das Gerüttel mit über 130 kg Gesamtgewicht
aushält werde ich im weiteren Verlauf unserer Tour auch keine
Probleme damit bekommen. Auch wenn ich die 5 km lange Schotterpiste so
nicht mehr planen würde, irgendwie hat es uns Spaß
gemacht
und die Saone war an dieser Stelle sehr schön. Der Zeltplatz
am
Ende der Schotterpiste direkt am Fluss ist sehr ruhig, nicht einmal die
Hunde bellen. Nach dem Wein gestern trinken wir heute Fassbier vom
Campingwirt.
Längster Fahrradtunnel Europas

Huebscher Kreisverkehr bei Macon

29.07. Macon - l'Arbresle GPS Download


Heute geht es Richtung Massif Central. Wir freuen uns
schon
ziemlich weit gekommen zu sein. Bisher war aber alles relativ flach.
Diese Zeiten sind bald vorbei.
Anfangs fahren wir noch auf einer stark befahrenen Departementstrasse
bis Villefranche, das Anbaugebiet des Beaujolais. Es gibt hier auch einen Beaujolais Radwanderweg, den wir aber nicht nehmen. In Villefranch fahren wir wieder Richtung Westen.
In der Ferne sieht man
die hohen Berge. Es ist sehr warm und wir hoffen in
den kommenden Tagen auf nicht mehr soviel Hitze. Wir fahren durch
den netten Ort Chatillon, besuchen die Kirche und spazieren durch die kleinen Gassen.
Bei l'Arbresle
kommen wir dann wieder auf eine stark befahrene Landstrasse ohne
Seitenstreifen.
Unser Zeltplatz ist bald erreicht. Mir wird dort eine große
Flasche Wasser aus dem Tiefkühler angeboten die ich dankbar
annehme.
Die Wasserflasche taut in der Hitze langsam auf, so dass man lange Zeit
Schluck für Schluck eiskaltes Wasser hat.
Weinbau Beaujolais bei Villefranche

30.07. l'Arbresle - Estivarreiles GPS Download


Morgens weckt mich ein alter quietschender Güterzug der direkt
am Zeltplatz vorbei fährt.
In der Karte sehe ich, dass wir leider noch lange auf der Hauptstrasse vom Vortag fahren müssen.
Um 9 Uhr geht es los. Die Strecke ist aber nicht so schlimm
wie befürchtet. Sie bekam einen breiten Seitenstreifen und
wurde später sehr verkehrsarm und klein. Sie führt uns tiefer in das Massif Central
hinein auf 1000 Meter Höhe. Es ist anstrengend bei der Hitze
aber dafür gibt es wieder herrliche Landschaftsbilder.
Auf der Strasse ist
nichts los. Es gibt eigentlich auch keine Ortschaften mehr und wir können uns nicht versorgen.
Unser Municipale Zeltplatz in Estivarreiles liegt
sehr schön. Während Irmgard das Zelt aufbaut fahre
ich in den Ort um nach etwas Essbarem zu suchen. Wir haben Glück, es gibt eine kleine Epicerie in der wir alles bekommen.
Verlassene Gegend im Massif Central

31.07.Estivareile - Saint Privat D Allier GPS Download


Nach einem Kirchenbesuch fahren wir weiter auf den so genannten
weißen Strassen von Frankreich.
Auf diese kleinen Departementstrassen gibt es kaum Verkehr, aber auch
kaum Ortschaften wo wir uns versorgen können. Am Vorabend
schauen wir deshalb jetzt nicht nur welchen Campingplatz wir als
nächstes anfahren werden , sondern merken uns auch die
Ortschaften mit mehr als 5 Häusern. Es ist nachmittags sehr
heiß. Da spürt man jeden Höhenmeter und
jedes Kilo Gepäck. Bei der Hitze und der schwachen Besiedlung
haben wir bis zu 5 Liter Wasser an Bord. Wir kommen an einen
niedlichen Ort mit einem Brunnen und erfrischen uns an dem eiskalten
Wasser. Ein netter Bauer meint es hätte nur 6 Grad. Nach dieser
Erfrischung sind wir schnell wieder fit.
In Saint Privat D Allier erwartet uns wieder ein Municipale. Sehr viele
Wandersleute mit voller Ausrüstung sind unterwegs. Es sind
Jakobspilger die wir sehen. Sie wandern auf dem GR65 Richtung
Saint-Jean-Ped-De-Port.
Das werden nicht die letzten Jakobspilger sein die wir auf unserer Reise treffen.
Massif Central weite Landschaft.

Blick Richtung Schlucht zum Fluß Allier

01.08.Saint Privat D Allier - Grandrieu GPS Download


Wir besuchen die Kirche und gehen noch etwas einkaufen bevor wir den
Pilgerort verlassen.
Bei einer Abfahrt merke ich meine schwache Bremsleistung. Ich halte
öfter an weil die Felgen sehr heiß werden.
Es müssen dringend die Bremsbacken getauscht werden.
Wir fahren die Schlucht hinunter über den Fluss Allier um Sie
auf der anderen Seite wieder rauf zu fahren. Dank Navi und Topokarten
wissen wir jeden Tag genau wie viel Höhenmeter wann auf uns
zukommen und können uns so darauf einstellen, dass wir die schweren
Teilstücke morgens machen wenn es noch nicht so heiß ist.
Wir fahren auf einem herrlichen Höhenweg. Außer ein
paar neugierigen Kühen gibt es hier niemanden.
Irgendwie lässt
mich der Eindruck nicht los, dass französischen
Kühe sehr neugierig sind. Viele drehen Ihre Köpfe nach uns. Meine bisherigen Kenntnisse über Kühe
sind eher die, dass ich winken, klingeln oder muhen kann. Die fressen
unbeeindruckt weiter.
Unser Campingplatz liegt ein paar Kilometer abseits von der Strecke.
Aber es gibt nicht so viel Plätze hier weshalb wir in der Auswahl
eingeschränkt sind. Auf den letzten Kilometern haben wir sehr
starken Gegenwind und müssen noch mal richtig rein treten.
Der Camping liegt an einem kleinen Badesee. Wir bauen unser Zelt bei nicht nachlassendem starkem Wind auf und setzen uns
anschließend mit einem Bier hin. Der Platzwart kommt und gibt aufgeregt Sturmwarnung für heute
Nacht aus. Kurze Zeit später hören wir auch schon das
Klopfen um uns herum. Überall werden Zelte und Wohnwagen
Sturmsicher gemacht. Wir haben mittlerweile bestes Vertrauen in unser
Zelt, fühlen uns sicher und unternehmen nichts weiter.
Der Wind wurde stärker und wir gehen ins Zelt. Als
es beginnt zu donnern gehe ich raus
und stelle die Fahrräder weit weg von uns. Es gewittert stark
aber es ist gemütlich in unserem Zelt.
Blick zurück zum Fluss Allier in der Schlucht

Neugierige franzoesiche Kuehe

02.08.Grandrieu - Mende GPS Download


Am nächsten Morgen ist vom Gewitter nichts mehr zu sehen.
Ein weißer Labrador begrüßt mich mit einem Tannenzapfen. Ich grüße zurück und
werf den Zapfen weg. Das geht ein paar mal hin und her.
Nach dem Frühstück fahren wir weiter auf einsamen
Strassen. Ich fahre ca.200 Meter hinter Irmgard her als ich sehe wie
von einer Weide eine ganze Kuhherde hinter ihr nachspringt. Irmgard
merkt nichts davon und ich habe Angst und weiß nicht was ich tun
kann. Ich hab nur ein kleines Döschen Pfefferspray. Gott sei Dank
aber kommen die Kühe an einem Zaun zum stehen..
Wir fahren in einem Naturschutzgebiet in Regenwolken
hinein und steigen auf 1400 Meter Höhe über Col de La
Croix de Bor. Es ist fast unheimlich still da oben in dieser wunderschön
lila blühenden Heidelandschaft.
Es regnet und ist kalt. Die Temperaturen sinken auf 11 Grad.
Es geht wieder leicht bergab. Der regnet weniger und die Temperaturen
steigen wieder. Die Landschaft aber bleibt beeindruckend.
Es geht bis auf 700 Meter wieder runter in die Domstadt Mende. Wir
besuchen den Dom und fahren weiter auf den Zeltplatz der direkt an der
Lot liegt. Es ist Sonntag, die Geschäfte sind geschlossen. Wir
beschließen deshalb heute Abend einmal auszugehen und gehen ins
MacDonald. Es war lecker aber richtig satt wird man da
für 20, Euro nicht.
Heide auf 1400Meter

Massif Central Landschaft

Deutschland Portugal
Fahrradreise
Bericht Seite 3
Daten Allgemein Fotos Bericht Seite:
>1< >2< >3< >4< >5< >6< >7< >8<