Deutschland Portugal Fahrradreise Bericht Seite 3
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28.07. Buxy - Macon
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20090728Karte
20090728

Vor dem Frühstück wollen wir noch einmal im See baden gehen. Wir schwimmen eine ganze Runde und kaufen uns anschließend ein Baguette. Beim Frühstück spürt Irmgard ein Jucken am ganzen Körper das immer unerträglicher wird. Es muss etwas vom See sein. Das Jucken lies erst nach einer Stunde langsam wieder nach und wir können aufbrechen.
Vor uns liegt die Bahntrasse bis kurz vor Macon mit dem Highlight des längsten Radtunnels der Welt.
Neben unserer Bahntrasse verläuft die Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris - Lyon. Alle 15 Minuten fegt rechts, links über oder unter uns ein TGV mit Hochgeschwindigkeit vorbei. 
Bei bestem Wetter erreichen wir den 1,6 km langen Fahrradtunnel. Bevor wir rein fahren schießen wir noch ein paar Fotos. Die Radfahrer aus dem Tunnel heraus tragen Jacken. Muss wohl kalt sein da drinne. Also bekleiden wir uns auch wärmer und fahren ins Dunkel. Es gibt zwar Leuchtstoffröhren im Tunnel. aber ein Schlagloch, eine Katze oder eine Bärenfalle würde ich nicht erkennen können. 
Der Radweg hinter dem Tunnel geht noch ein paar km und hört kurz vor Macon auf. Wir tangieren Macon und fahren weiter an der Saone entlang auf sehr groben Schotterweg der unseren Rädern und unseren Fahrkünsten alles abverlangt. Ich beobachte Irmgard vor mir wie sie geschickt die unvorhersehbaren Verschiebungen des Fahrrades ausbalanciert. Ich selbst fotografiere gerne während der Fahrt. Das ist mir hier aber unmöglich. Beide Hände fest am Lenker meines Trekking-Bikes nehme ich selbst eine Mountainbikestellung ein um nicht umzufallen. Ich denke wenn mein Fahrrad das Gerüttel mit über 130 kg Gesamtgewicht aushält werde ich im weiteren Verlauf unserer Tour auch keine Probleme damit bekommen. Auch wenn ich die 5 km lange Schotterpiste so nicht mehr planen würde, irgendwie hat es uns Spaß gemacht und die Saone war an dieser Stelle sehr schön. Der Zeltplatz am Ende der Schotterpiste direkt am Fluss ist sehr ruhig, nicht einmal die Hunde bellen. Nach dem Wein gestern trinken wir heute Fassbier vom Campingwirt.

Längster Fahrradtunnel Europas
Laengster Fahrradtunnel

Huebscher Kreisverkehr bei Macon
Huebscher Kreisverkehr


29.07. Macon - l'Arbresle GPS Download
20090729Karte
20090729

Heute geht es Richtung Massif Central. Wir freuen uns schon ziemlich weit gekommen zu sein. Bisher war aber alles relativ flach. Diese Zeiten sind bald vorbei.
Anfangs fahren wir noch auf einer stark befahrenen Departementstrasse bis Villefranche, das Anbaugebiet des Beaujolais. Es gibt hier auch einen Beaujolais Radwanderweg, den wir aber nicht nehmen. In Villefranch fahren wir wieder Richtung Westen.
In der Ferne sieht man die hohen Berge. Es ist sehr warm und wir hoffen in den kommenden Tagen auf nicht mehr soviel Hitze. Wir fahren durch den netten Ort Chatillon, besuchen die Kirche und spazieren durch die kleinen Gassen.
Bei l'Arbresle kommen wir dann wieder auf eine stark befahrene Landstrasse ohne Seitenstreifen. 
Unser Zeltplatz ist bald erreicht. Mir wird dort eine große Flasche Wasser aus dem Tiefkühler angeboten die ich dankbar annehme. Die Wasserflasche taut in der Hitze langsam auf, so dass man lange Zeit Schluck für Schluck eiskaltes Wasser hat.
Weinbau Beaujolais bei Villefranche
Weinbau bei Villefranche


30.07. l'Arbresle - Estivarreiles GPS Download
20090730Karte
20090730
Morgens weckt mich ein alter quietschender Güterzug der direkt am Zeltplatz vorbei fährt.
In der Karte sehe ich, dass wir leider noch lange auf der Hauptstrasse vom Vortag fahren müssen.
Um 9 Uhr geht es los. Die Strecke ist aber nicht so schlimm wie befürchtet. Sie bekam einen breiten Seitenstreifen und wurde später sehr verkehrsarm und klein. Sie führt uns tiefer in das Massif Central hinein auf 1000 Meter Höhe. Es ist anstrengend bei der Hitze aber dafür gibt es wieder herrliche Landschaftsbilder.
Auf der Strasse ist nichts los. Es gibt eigentlich auch keine Ortschaften mehr und wir können uns nicht versorgen.
Unser Municipale Zeltplatz  in Estivarreiles liegt sehr schön. Während Irmgard das Zelt aufbaut fahre ich in den Ort um nach etwas Essbarem zu suchen. Wir haben Glück, es gibt eine kleine Epicerie in der wir alles bekommen.

Verlassene Gegend im Massif Central
Verlassene Gegend

31.07.Estivareile - Saint Privat D Allier GPS Download
20090731Karte
20090731
Nach einem Kirchenbesuch fahren wir weiter auf den so genannten weißen Strassen von Frankreich.
Auf diese kleinen Departementstrassen gibt es kaum Verkehr, aber auch kaum Ortschaften wo wir uns versorgen können. Am Vorabend schauen wir deshalb jetzt nicht nur welchen Campingplatz wir als nächstes anfahren werden , sondern merken uns auch die Ortschaften mit mehr als 5 Häusern. Es ist nachmittags sehr heiß. Da spürt man jeden Höhenmeter und jedes Kilo Gepäck. Bei der Hitze und der schwachen Besiedlung haben wir bis zu 5 Liter Wasser an Bord. Wir kommen an einen niedlichen Ort mit einem Brunnen und erfrischen uns an dem eiskalten Wasser. Ein netter Bauer meint es hätte nur 6 Grad. Nach dieser Erfrischung sind wir schnell wieder fit.
In Saint Privat D Allier erwartet uns wieder ein Municipale. Sehr viele Wandersleute mit voller Ausrüstung sind unterwegs. Es sind Jakobspilger die wir sehen. Sie wandern auf dem GR65 Richtung Saint-Jean-Ped-De-Port.
Das werden nicht die letzten Jakobspilger sein die wir auf unserer Reise treffen.
 
Massif Central weite Landschaft.
Massif Central Weite Landschaft.

Blick Richtung Schlucht zum Fluß Allier
Blick Richtung Schlucht zum Fluß Allier


01.08.Saint Privat D Allier - Grandrieu GPS Download
20090801Karte
20090801
Wir besuchen die Kirche und gehen noch etwas einkaufen bevor wir den Pilgerort verlassen.
Bei einer Abfahrt merke ich meine schwache Bremsleistung. Ich halte öfter an weil die Felgen sehr heiß werden. Es  müssen dringend die Bremsbacken getauscht werden.
Wir fahren die Schlucht hinunter über den Fluss Allier um Sie auf der anderen Seite wieder rauf zu fahren. Dank Navi und Topokarten wissen wir jeden Tag genau wie viel Höhenmeter wann auf uns zukommen und können uns so darauf einstellen, dass wir die schweren Teilstücke morgens machen wenn es noch nicht so heiß ist.
Wir fahren auf einem herrlichen Höhenweg. Außer ein paar neugierigen Kühen gibt es hier niemanden.
Irgendwie lässt mich der Eindruck nicht los, dass französischen Kühe sehr neugierig sind. Viele drehen Ihre Köpfe nach uns. Meine bisherigen Kenntnisse über Kühe sind eher die, dass ich winken, klingeln oder muhen kann. Die fressen unbeeindruckt weiter.
Unser Campingplatz liegt ein paar Kilometer abseits von der Strecke. Aber es gibt nicht so viel Plätze hier weshalb wir in der Auswahl eingeschränkt sind. Auf den letzten Kilometern haben wir sehr starken Gegenwind und müssen noch mal richtig rein treten.
Der Camping liegt an einem kleinen Badesee. Wir bauen unser Zelt bei nicht nachlassendem starkem Wind auf und setzen uns anschließend mit einem Bier hin. Der Platzwart kommt und gibt aufgeregt Sturmwarnung für heute Nacht aus. Kurze Zeit später hören wir auch schon das Klopfen um uns herum. Überall werden Zelte und Wohnwagen Sturmsicher gemacht. Wir haben mittlerweile bestes Vertrauen in unser Zelt, fühlen uns sicher und unternehmen nichts weiter. 
Der Wind wurde stärker und wir gehen ins Zelt. Als es beginnt zu donnern gehe ich raus und stelle die Fahrräder weit weg von uns. Es gewittert stark aber es ist gemütlich in unserem Zelt.

Blick zurück zum Fluss Allier in der Schlucht
Fluss Allier

Neugierige franzoesiche Kuehe
Franzoesiche Kuehe


02.08.Grandrieu - Mende GPS Download
20090802Karte
20090802

Am nächsten Morgen ist vom Gewitter nichts mehr zu sehen.
Ein weißer Labrador begrüßt mich mit einem Tannenzapfen. Ich grüße zurück und werf den Zapfen weg. Das geht ein paar mal hin und her.
Nach dem Frühstück fahren wir weiter auf einsamen Strassen. Ich fahre ca.200 Meter hinter Irmgard her als ich sehe wie von einer Weide eine ganze Kuhherde hinter ihr nachspringt. Irmgard merkt nichts davon und ich habe Angst und weiß nicht was ich tun kann. Ich hab nur ein kleines Döschen Pfefferspray. Gott sei Dank aber kommen die Kühe an einem Zaun zum stehen..
Wir fahren in einem Naturschutzgebiet in Regenwolken hinein und steigen auf 1400 Meter Höhe über Col de La Croix de Bor. Es ist fast unheimlich still da oben in dieser wunderschön lila blühenden Heidelandschaft. 
Es regnet und ist kalt. Die Temperaturen sinken auf 11 Grad.
Es geht wieder leicht bergab. Der regnet weniger und die Temperaturen steigen wieder. Die Landschaft aber bleibt  beeindruckend.
Es geht bis auf 700 Meter wieder runter in die Domstadt Mende. Wir besuchen den Dom und fahren weiter auf den Zeltplatz der direkt an der Lot liegt. Es ist Sonntag, die Geschäfte sind geschlossen. Wir beschließen deshalb heute Abend einmal auszugehen und gehen ins MacDonald. Es war lecker aber richtig satt wird man da  für 20, Euro nicht.

Heide auf 1400Meter
Heide auf 1400Meter

Massif Central Landschaft
Massif Central Landschaft


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